Traditionelle Europäische Naturheilkunde

Die Traditionelle Europäische Naturheilkunde bietet ein weites Feld an Behandlungsmöglichkeiten, die sich über Jahrhunderte gebildet und spezialisiert haben und deckt somit ein sehr grosses Spektrum an Beschwerden ab, die damit behandelt werden können.

 

Geschichte und Herkunft

Seit zweieinhalb Jahrtausenden besitzt Europa ein eigenständiges Medizinsystem, das heute unter dem Begriff Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN zu neuem Ansehen gelangt.

Die Grundlagen für dieses System legte der griechische Gelehrte Hippokrates (460-370 v. Chr.) mit seiner Vier-Säfte-Lehre. Er beschreibt die Zusammenspiele der vier Kardinalsäfte im Körper und deren Auswirkungen.

Diese Theorien wurden dann in den folgenden Jahrhunderten durch viele Personen weiterentwickelt und ergänzt. So fügte beispielsweise Galen (129-211 n. Chr.) die Vier-Elemente-Lehre, die Einheit von Körper und Seele sowie Schriften und Theorien über die Anatomie und verschiedene Arzneimittel hinzu. Avicenna (auch Ibn Sina, 980-1037 n. Chr.), ein arabischer Gelehrter, ergänzte wiederum Galens Schriften um weitere Arzneimittel, Theorien über Organerkrankungen sowie erste Chirurgieanweisungen. Die Verknüpfung der Naturheilkunde mit der Religion erfolgte dann durch Hildegard von Bingen (1098-1179), eine Äbtissin, welche auch die Volksmedizin (Erfahrungsmedizin) sowie weiteres Wissen über Pflanzenheilkunde und Klostermedizin mit den damals gültigen medizinischen Richtsätzen verband.

Vieles von diesem Wissen ging in Europa durch Bücherverbrennungen der spanischen Inquisition sowie die Verfolgung und Verbrennung sogenannter Hexen verloren. Ein Teil überdauerte im arabischen Raum, ein anderer Teil wurde durch Paracelsus (1493-1541) wieder aufgegriffen und um die Arzneimittelherstellung der Spagyrik sowie die Astromedizin erweitert.

Die Aufteilung respektive der Übergang zur modernen Schulmedizin wurde deutlich durch die neuen Behandlungsmethoden und Medizintheorien von Rudolf Virchow (1821-1902) geprägt, welche sich auf die moderneren Anatomischen Erkenntnisse von Andreas Vesalius (1514-1564) stützten.

Durch die Ganzheitlichkeit, die lange Geschichte und grosse Erfahrung der Europäischen Naturheilkunde wurde diese aber nicht gänzlich von der Schulmedizin verdrängt und spielt heute wieder eine zunehmend wichtige Rolle in der Behandlung von Beschwerden und Krankheiten.

Therapiemethoden

Die Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN umfasst diverse alte und neue Therapieformen. Bestandteil der Therapie sind beispielsweise die Pflanzenheilkunde, das Ernährungscoaching und die Nährstofftherapie, Schüssler Salze und Homöopathie, Ausleitungsverfahren wie das Baunscheidtieren oder die Blutegeltherapie, Wickel und Wasseranwendungen wie kalte Güsse, Armbäder oder Sitzbäder und Massageanwendungen wie die Fussreflexzonenmassage, Narbenentstörungen oder das Schröpfen.

 

Es können mit diesen vielfältigen Werkzeugen auf natürlicher Basis die unterschiedlichsten Beschwerden sanft und effektiv angegangen werden, womit die TEN in den verschiedensten Lebensbereichen eingesetzt werden kann. Beispielsweise für Frauen vor oder während der Schwangerschaft, Sportler und Personen mit spezieller Ernährung, Personen mit Bluthochdruck, Verdauungsproblemen, Allergien, Übergewicht, Gelenkschmerzen oder chronischen Schmerzen oder als ergänzende und begleitende Therapieform für Menschen mit Krebs, Multipler Sklerose, Fibromyalgie oder Rheuma und Gicht, um nur einige wenige Einsatzgebiete zu nennen.

Kräuterheilkunde

Die Phytotherapie hat eine lange Geschichte in der TEN und wurde über die Jahrhunderte von verschiedenen Heilkundigen weiterentwickelt und verfeinert, was uns heute einen grossen Erfahrungsschatz über die Wirkungen der Pflanzen und deren Inhaltsstoffen bietet. Aber nicht nur die rationelle Wirkung der Pflanzeninhaltsstoffen, sondern auch die energetische Wirkung der Pflanze selbst und ihr Wesen kann in die Therapie miteinbezogen werden.
Die Pflanzenmischungen werden in flüssiger Tinkturen- oder Spagyrikform oder in der Form von Tee zusammengestellt und werden dann von einer Drogerie bereitgestellt.

Ernährungsberatung

Die Aussage "du bist, was du isst" ist mehr als nur ein Sprichwort. Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit genossen, bilden die Grundlage für den guten und gesunden Neu- und Wiederaufbau von Körperzellen und somit für die Gesunderhaltung im allgemeinen Sinn.
Fehlernährung kann sich über eine lange Dauer negativ auf die Gesundheit auswirken und liegt einer vielzahl von Beschwerden und Krankheiten zugrunde. Deshalb ist die Ernährung ein zentrales Element in der naturheilkundlichen Behandlung und auch vermehrt wieder in der Schulmedizin.

Schröpfen

Das Schröpfen ist eine einfache und effektive Therapiemethode. Dabei wird Luft in einem Glaskopf erhitzt und das Glas dann auf die Haut gesetzt. Die Luft darin kühlt ab und erzeugt so ein gut spürbares Vakuum. Die Intensität und Stärke kann je nach Bedarf angepasst werden. Das stärkt die Durchblutung, löst Verspannungen und Schmerzen, hilft bei Erkältungen und reguliert die Körperenergien.

Moxa

Moxa wendet man gezielt, punktuell und vorzugsweise dort an, wo Akupunkturpunkte zu finden sind oder wo sich der Hauptschmerz lokalisiert. Grossflächig behandelt man Hautareale, beispielsweise über Gelenken und Reflexzonen innerer Organe. Moxa ist mithin eine Reiztherapie, als Reizmittel dient dabei die Wärme.

Der Therapeut entzündet einen Kegel aus Beifusskraut direkt auf der Haut und entfernt diesen, sobald der Klient ein starkes Wärmegefühl empfindet, oder eine Moxazigarre (in dünnes Papier gerollte Stangen aus Beifusskraut, welches als einziges Kraut eine Infrarotwärme von ca. 600°C entwickeln kann) und nähert die glühende Spitze dem Therapiepunkt auf ungefähr einen halben Zentimeter. Wenn der Klient ein deutliches Hitzegefühl spürt, entfernt er die Spitze kurz. Die Prozedur wird wiederholt, bis die Haut am Therapiepunkt erwärmt und sichtbar mehr durchblutet ist.

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